Die Hohe Schule
Unter der Hohen Schule versteht man die Grundlagen der klassischen Reitkunst nach den Grundprinzipien der grossen Reitmeister aus vergangenen Zeiten.

Das Pferd muss für die Hohe Schule, neben einer fortgeschrittenen Ausbildung und den psychischen Voraussetzungen, eine überdurchschnittliche Intelligenz aufweisen. Ohne sie kann die Bereitschaft zur Mitarbeit kaum erwartet werden.

Eine gut ausgebildete Hankenbiegefähigkeit bei korrekter Beizäumung und Aufrichtung neben einem ausgeprägten Balancevermögen in den verkürzten Gängen sind die wichtigsten physischen Voraussetzungen.

Ihre Vervollkommnung ist nun Aufgabe der letzten Ausbildungsstufe, welche ihre Krönung durch Piaffe, Passage und Galopp-Pirouetten erfahren soll.

Die Schulsprünge werden heute hauptsächlich noch in der Spanischen Hofreitschule in Wien gezeigt.

Wer Lust hat, sich ausführlich mit der Geschichte der reiterlichen Dressur auseinanderzusetzen, kann dies unter www.dressageworld.de/dressurgeschichte tun.

Die Hohe Schule wird aufgegliedert in "Die Hohe Schule auf der Erde" zu der unter anderen die Lektionen

  • Fliegender Galoppwechsel
  • Pirouette
  • Piaffe
  • Passage
gehören.

Als Übergangsformen zu den Lektionen "Über der Erde" gelten

  • Levade
  • Pesade

"Die Hohe Schule über der Erde" beinhaltet die Lektionen:
  • Courbette
  • Mezair
  • Croupade
  • Ballotade
  • Capriole

Die Bezeichnung der einzelnen Lektionen ist nicht immer ganz eindeutig.

 
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Lektionen auf der Erde

Fliegender Galoppwechsel  
Ohne Wechsel der Gangart wechselt das Pferd vom Links- in den Rechtsgalopp und andersherum, dies kann nach drei, zwei oder jedem Sprung geschehen.

Dabei erfolgt das gleichzeitige Umspringen der Vorder- und Hinterbeine im Moment der freien Schwebe. Vorder- und Hinterbeine müssen immer im gleichen Moment umspringen.

Das Pferd muss während dieser Übung leichtfüssig bleiben und den Vorwärtsschub behalten.

 
Pirouette  
Bei einer Pirouette mach das Pferd eine Wendung um 360 grad auf kleinstem Kreis.
Die Vorderbeine beschreiben einen grösseren Kreis. Die Pirouette wird im Galopp geritten und soll in vier bis sechs regelmässigen Galoppsprüngen erfolgen.

Bei dieser Lektion ist die Belastung der Hinterhand des Pferdes sehr gross.

Bemerkung zum Film:
Eine voll ausbalancierte Rechtspirouette zeigt hier der Spanier Rafael Soto Andrade mit dem Andalusier Invasor. Das Pferd bleibt in allen Phasen in leichter, beständiger Anlehnung. Einleitung und Beendigung gelingen in voller Losgelassenheit und Harmonie. Wertnote: 10 (ausgezeichnet).

 
Piaffe  
Eine korrekt durchgeführte Piaffe gehört zu einer der schwierigsten Dressurübungen.
Eine Piaffe ist eine taktmässige, erhabene Bewegung fast auf der Stelle, bei der die diagonalen Beinpaare trabartig, jedoch ohne Schwebephase, abwechselnd ab- und wieder auffussen. Den grössten Teil der Last tragen dabei die sich in den Hanken beugenden Hinterbeine.

Bemerkung zum Film:
Eine Piaffe des Spaniers Rafael Soto Andrade auf dem Andalusier Invasor, die vom Gleichmass der Bewegung, der aktiven und tief gesenkten Hinterhand sowie den hochangewinkelten Vorderbeinen her dem klassischen Idealbild schon sehr nahe kommt und insofern mit der Höchstnote 10 (ausgezeichnet) bewertet werden könnte.

 
Passage  
Die Passage ist eine Trabbewegung mit ausgeprägter Schwebephase, bei der neben Tragkraft auch Schubkraft aus der Hinterhand mitwirkt

Das erhobene diagonale Beinpaar bleibt eine Weile aushaltend in der Luft, wodurch die betont taktmässige Bewegung entsteht.

Sie kann aus dem versammelten Trab, aus der Piaffe, aber auch aus dem Schritt entwickelt werden.

 
Levade  
Bei der Levade, einer Ausgangslektion für Schulsprünge, beugt sich das Pferd tief in den Hanken, die Vorderhufe sind dicht an den Ellenbogen gezogen.

Der Rumpf des Pferdes nimmt eine annähernd waagerechte Stellung ein. D.h. das Pferd erhebt sich auf einen Winkel von ca. 30°.

 
Pesade  
Das Pferd erhebt sich in einem Winkel von über 33° auf der Hinterhand und verharrt darin einen Augenblick.

Die Pesade stellt eine vereinfachte Form der Levade dar.

 
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Lektionen über der Erde

Courbette  
Die Courbette besteht aus mehreren Sprüngen. Hierbei geht das Pferd erst in die Levade und springt dann in einigen Sprüngen auf den Hinterbeinen vorwärts, ohne mit den Vorderbeinen auf den Boden zu gelangen.

Beim Pferd muss für eine korrekte Durchführung eine angeborene Veranlagung vorliegen, ansonsten ist eine Ausbildung sinnlos.

 
Mezair  
Der Mezair stellt eine Folge von Levaden dar, bei dem das Pferd kurz auffusst und ggf. nach geringem Raumgewinn sofort wieder eine Levade ausführt.

Mezair ist eigentlicht eine Courbette mit regelmässigem Auffussen der Vorderbeine.

 
Croupade  
Die Croupade ist ein Schulsprung auf der Stelle, wobei die Hilfengebung durch Gertentip auf die Kruppe erfolgt.

Die Vorderhufe verharren am Boden, während die Hinterhand wie in der Capriole ausschlägt.

 
Capriole  
Die Capriole ist ohne Zweifel der schwierigste Schulsprung.

Das Pferd erhebt sich aus der Piaffe in die Pesade und springt hoch ab. Wenn es nahezu waagerecht in der Luft schwebt, schlägt es mit den beiden Hinterbeinen aus.

Die Landung erfolgt mit allen vier Beinen zugleich fast auf der Stelle des Absprungs.

 
Ballotade  
Die Ballotade ist ein Sprung in die Luft, bei dem das einen Augenblick Pferd wagerecht in der Luft zu verharren scheint.

Dieses ist eine Vorstufe zur Kapriole, im Gegensatz zu dieser schlägt (streicht) das Pferd aber nicht mit der Hinterhand.

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